Das Jahr im Weingut Kistenmacher & Hengerer

Das Jahr im Weingut Kistenmacher & Hengerer

Wenn aus Trauben  edle Tropfen werden sollen,
dann bedarf es sehr viel Liebe, Zuwendung und jeder Menge harter Arbeit.

Die Herausforderungen im Weingut Kistenmacher & Hengerer verteilen sich im Laufe des Jahres auf die beiden Bereiche Weinberg und Keller.

Im Weinberg muss Hans Hengerer die Grundlage für den neuen Jahrgang bereits durch den Rebschnitt legen. Im Laufe des Jahres wird das Wachstum der Reben unterstützt und kontrolliert, um letztendlich Trauben der gewünschten Qualität und Menge ernten zu können. Einen ganz entscheidenden Faktor hat Hans nicht in der Hand: das Wetter. Ob Regen oder Sonne zur rechten Zeit kommen, das liegt nicht in seiner Macht.

Im Keller wird aus den Trauben der Most erzeugt. Dieser wandelt sich anschließend durch die alkoholische Gärung in Wein. Hans und Jonathan begleiten akribisch die Vorgänge wie Gärung, Säureabbau, etc., um eventuellen Fehlentwicklungen entgegenzuwirken. Anschließend darf der Wein reifen und wird auf die Flasche gebracht und zum Verkauf angeboten.

Was geschah im September & Oktober 2020?

Im September und Oktober spiegeln sich bei der Weinlese die eigene Arbeit über das ganze Jahr und der Einfluss der Natur wider. Die Weinlese hat sich in den letzten Jahren aufgrund klimatischer Veränderungen immer weiter nach vorne verschoben. Begann sie früher Anfang Oktober, so musste in den letzten Jahren bereits Anfang September mit der Lese begonnen werden. In diesem Jahr haben wir am 16.09.2020 mit der Lese früher Burgundersorten begonnen.

Aufgrund der Nachtfröste an dem Eisheiligen Bonifaz und dem dritten sehr trockenen Jahr in Folge war die Erntemenge deutlich geringer als im Durchschnitt. Im Gegenzug dazu konnten wir kerngesunde und sehr reife Trauben ernten. Wir dürfen also wenige aber qualitativ hochwertige Weine erwarten.

Von Hand verlesene Trauben

Unser Ziel im Weingut Kistenmacher & Hengerer ist die nachhaltige Erzeugung qualitativ hochwertiger Weine.

Daher werden die Trauben ausschließlich von Hand geerntet. Die Lesemannschaft besteht aus erfahrenen Kräften, die bereits seit vielen Jahren mit uns die Weinlese vollziehen. Das Team wird durch ausgewählte Neueinsteiger komplettiert, die an die Aufgaben herangeführt werden, um unseren hohen Qualitätsansprüchen gerecht zu werden.

Jede einzelne Traube wird von Hand mit einer Schere abgeschnitten, kontrolliert und bei Bedarf unreife oder kranke Beeren entfernt. Danach kommt sie in die individuelle Kiste des Lesers. Ist diese voll, wird sie in den mitgeführten Transportbütten auf dem Traktor entleert.

Da alles von Hand geschieht werden die Trauben mechanisch nicht belastet. Sind die Transportbütten voll, werden sie sofort in die Kelter zur weiteren Verarbeitung gebracht.

Eine Frage der Qualität & Nachhaltigkeit

Aus ökonomischen Gründen setzen viele Winzer immer häufiger Vollernter ein. Dabei werden die Beeren mechanisch durch spezielle Schlegel von den Stielen abgeschüttelt und aufgefangen. Anschließend werden die mitgerissenen Fremdstoffe durch Absaugen und Sieben von den Beeren entfernt und das Lesegut in der Maschine zwischengespeichert.

 

Fakten:

„Während bei der Handlese pro Hektar ca. 200 bis 300 Mannstunden benötigt werden, kann der Vollernter diese Arbeit in ca. 2 Stunden erledigen.

Aufgrund technischer Weiterentwicklungen hat sich die Qualität der automatisierten Weinlese verbessert, aber die mechanische Belastung der Beeren beim Abschütteln und dem Transport in der Maschine kann nicht verhindert werden. Einzelne Beeren werden gequetscht und der Saft tritt aus. Er kann mit Sauerstoff und Hefen aus der Luft reagieren und unerwünschte Aromen hervorrufen.

Der Vollernter kann nicht zwischen reifen und unreifen bzw. kranken Beeren unterscheiden. Daher sind Vorarbeiten erforderlich. Da wir in unseren Weinbergen eine lockere, gesunde Bodenstruktur anstreben, würde ein Vollernter aufgrund seines hohen Gewichtes von über 10 t zu erheblichen Bodenschäden führen.“

Die Weiterverarbeitung

Wie oben beschrieben werden die gelesenen Trauben zeitnah in die Kelter verbracht. Dort werden sie umgehend weiterverarbeitet.

Bei Weißweinen setzen wir auf die Ganztraubenpressung. Dabei werden die kompletten Trauben maschinell kurz zwischen zwei Gummirollen angequetscht und danach in die Presse gegeben. Der Saft wird mit sehr niedrigen Pressdrücken von den Beerenhäuten getrennt. Anschließend wird er in Stahltanks eingelagert und beginnt dort mit der Gärung. In Ausnahmefällen lassen wir auch hochwertige Weißweine im Holzfass vergären und reifen.

Bei Rotweinen werden die Beeren in einer Maschine von den Kämmen getrennt und danach in spezielle Maischetanks geleitet. Dort beginnt die Gärung und Farbstoffe sowie Aromen aus den Beerenhäuten werden durch den sich bildenden Alkohol gelöst. Während der Gärung schwimmen die Beerenhäute immer wieder im Saft auf und bilden den sogenannten Tresterhut. Dieser muss in regelmäßigen Abständen untergestoßen werden. Zusätzlich wird der gärende Saft immer wieder über den Hut gepumpt (geschwallt). Dadurch wird der Kontakt zwischen Beere und Saft intensiviert und das Auslaugen der Farb- und Aromastoffe verstärkt.

Wir setzen bei allen Weinen auf die sogenannte Spontanvergärung. Es erfolgt kein Zusatz von Hefen, lediglich die in der Umwelt und auf den Trauben vorhandenen Hefestämme führen zur Gärung. Diese verläuft dann ohne weitere Eingriffe und kann zwischen 3 Wochen bis hin zu mehreren Monaten dauern. Der Verlauf der Gärung wird regelmäßig durch Messung des Zuckergehaltes überprüft. Sie ist abgeschossen, wenn der Zucker vollständig abgebaut ist.

Bei Rotweinen wird erst jetzt die Maische schonend abgepresst und dabei der Jungwein von den Beerenhäuten getrennt. Der Jungwein wird anschließend zur Reifung in Holzfässer oder Stahltanks gefüllt.

Parallel zur Gärung verläuft ganz automatisch der biologische Säureabbau. Dabei wird die sehr unangenehm sauer schmeckende Apfelsäure in einer malolaktischen Gärung zu Milchsäure umgewandelt. Die Milchsäuere ist dafür verantwortlich, dass Weine ihren vollmundigen bzw. runden Geschmack entwickeln.

Das Jahr im Weingut Kistenmacher & Hengerer

Das Jahr im Weingut Kistenmacher & Hengerer

Wenn aus Trauben  edle Tropfen werden sollen,
dann bedarf es sehr viel Liebe, Zuwendung und jeder Menge harter Arbeit.

Die Herausforderungen im Weingut Kistenmacher & Hengerer verteilen sich im Laufe des Jahres auf die beiden Bereiche Weinberg und Keller.

Im Weinberg muss Hans Hengerer die Grundlage für den neuen Jahrgang bereits durch den Rebschnitt legen. Im Laufe des Jahres wird das Wachstum der Reben unterstützt und kontrolliert, um letztendlich Trauben der gewünschten Qualität und Menge ernten zu können. Einen ganz entscheidenden Faktor hat Hans nicht in der Hand: das Wetter. Ob Regen oder Sonne zur rechten Zeit kommen, das liegt nicht in seiner Macht.

Im Keller wird aus den Trauben der Most erzeugt. Dieser wandelt sich anschließend durch die alkoholische Gärung in Wein. Hans und Jonathan begleiten akribisch die Vorgänge wie Gärung, Säureabbau, etc., um eventuellen Fehlentwicklungen entgegenzuwirken. Anschließend darf der Wein reifen und wird auf die Flasche gebracht und zum Verkauf angeboten.

Was geschah im Juli & August 2020?

Schnelles Wachstum der Reben

Wie schon im Juni fordern die Laubarbeiten auch im Juli und August den vollen Einsatz von Hans und seinem Team. Das Wachstum der Reben schreitet schnell voran und jeder Rebstock zeigt Triebe, welche die insgeheime Grenze am oberen Draht weit überschreiten. Diese Triebe gefährden die Gesundheit und Stabilität des Rebstocks. Beim sogenannten „Wipfeln“ oder auch „Gipfeln“, werden die langen Triebe soweit zurückgeschnitten, dass nur etwa zehn bis zwanzig Zentimeter über dem Draht verbleiben. Auch an den Seiten erfolgt gegebenenfalls ein weiterer Schnitt, der den Gewächsen ihre Form schenkt.

 

Das Wipfeln kann unglaublich anstrengend sein! Wird eine Steillage bewirtschaftet, muss jeder Handgriff ganz ohne maschinelle Hilfe erledigen werden und in der Sommerhitze ist das eine sehr harte und schweißtreibende Aufgabe.Außerdem liegt eine der Hauptaufgaben in der Terminierung der abschließenden Spritzung. Da diese aber abhängig vom Wetter  ist und das Wetter im Hochsommer sich durch Gewitter sehr schnell ändern kann, muss von Tag zu Tag entschieden werden und eine mittelfristige Planung ist nicht möglich

 

Die „Grüne Lese“ bestimmt die Qualität

( Grüne Lese und Vorbereitungen im Keller. Copyright: DWI )

Im August ist schon abzusehen, wie viele Trauben sich gebildet haben. Bei der sogenannten „Grünen Lese“ werden einzelne Beeren oder überzählige ganze Trauben bevor sie reifen, an den Trieben weggeschnitten und der Stock entlastet. Dies geschieht, um unseren Qualitätsansprüchen gerecht zu werden und eine hohe Qualität des späteren Weines zu gewährleisten. Die „Grüne Lese“ hätte der Generation der Großväter die Zornesfalten auf die Stirn getrieben. Damals herrschte die Meinung vor, man nimmt dankbar an, was einem die Natur schenkt.

In diesem Jahr haben sich die Trauben bei den frühen Sorten, wie einige Burgundersorten z.B. Samtrot und Weissburgunder bereits Mitte August begonnen einzufärben. Damit beginnt der Reifeprozess und der bei der Photosynthese gebildete Zucker lagert sich in den Beeren ein. Für uns bedeutet das, die Lese wird in den nächsten 4 – 6 Wochen starten und die Kirschessigfliege bereitet sich auf den Angriff auf rote Beeren vor.



In der Zwischenzeit ist es gelungen ein Mittel gegen die Kirschessigfliege zu entwickeln. Die Trauben werden mit einer tonähnlichen Substanz (Kaolin) besprüht, die an der Oberfläche als feiner Film haftet. Dadurch wird verhindert, dass die Fliegen ihre Eier in die Beeren legen. Wenn Sie also Weinberge sehen, die mit einem weißen Überzug versehen sind, so ist das ungefährlich und hat keinen Einfluss auf die spätere Qualität des Weines. Über den Erfolg werden wir nach der Weinlese berichten.



Vorbereitung auf die Weinlese 2020


Steht die Weinlese vor der Tür, wird langsam begonnen, im Keller Platz für den neuen Jahrgang zu schaffen. Das heißt, Weine werden auf Flaschen abgefüllt, um Fass- und Tankkapazitäten freizubekommen.

 

 

Die leeren Tanks bzw. Fässer müssen gereinigt werden, um den gegebenenfalls an den Wänden haftenden Weinstein des alten Jahrgangs zu entfernen. Bei größeren Tanks und Fässern bedeutete das früher, dass jemand über das Mannloch einsteigt und mit Wasser und Bürste die Oberfläche reinigt. Eine klaustrophobische Erfahrung aus der Jugend, an die sich jeder Winzersohn und Winzer-Azubi ungern erinnert.

Heute werden Tanks und Fässer mit einem speziellen Hochdruckreiniger mit heißem Wasser von außen gereinigt. Über das Gärloch wird die Apparatur von oben eingeführt, sukzessive wird die ganze Oberfläche behandelt. Das Abwasser und die Verunreinigungen fließen nach unten ab. Über das Mannloch muss lediglich der Reinigungserfolg kontrolliert werden.


 

Das Jahr im Weingut Kistenmacher & Hengerer

Das Jahr im Weingut Kistenmacher & Hengerer

Wenn aus Trauben  edle Tropfen werden sollen,
dann bedarf es sehr viel Liebe, Zuwendung und jeder Menge harter Arbeit.

Die Herausforderungen im Weingut Kistenmacher & Hengerer verteilen sich im Laufe des Jahres auf die beiden Bereiche Weinberg und Keller.

Im Weinberg muss Hans Hengerer die Grundlage für den neuen Jahrgang bereits durch den Rebschnitt legen. Im Laufe des Jahres wird das Wachstum der Reben unterstützt und kontrolliert, um letztendlich Trauben der gewünschten Qualität und Menge ernten zu können. Einen ganz entscheidenden Faktor hat Hans nicht in der Hand: das Wetter. Ob Regen oder Sonne zur rechten Zeit kommen, das liegt nicht in seiner Macht.

Im Keller wird aus den Trauben der Most erzeugt. Dieser wandelt sich anschließend durch die alkoholische Gärung in Wein. Hans und Jonathan begleiten akribisch die Vorgänge wie Gärung, Säureabbau, etc., um eventuellen Fehlentwicklungen entgegenzuwirken. Anschließend darf der Wein reifen und wird auf die Flasche gebracht und zum Verkauf angeboten.

Was geschah im Mai & Juni 2020?

Über die Eisheiligen Mitte Mai und die Traubenblüte haben wir bereits separat berichtet. Im Mai und Juni schreitet das Wachstum der Reben sehr schnell voran, daher sind umfassende Laubarbeiten, Pflanzenschutz sowie Bodenbearbeitung angesagt.

 

Erziehungssysteme


Bevor wir auf die Laubarbeiten eingehen ein kleiner Exkurs zur Bändigung der Rebe. Diese ist ursprünglich eine wildwachsende Schlingpflanze, die erzogen werden muss, um

- ein harmonisches Verhältnis von Altholz, Fruchtholz, Blättern und Trauben

- eine optimale Belüftung der Laubwand

- eine einfache Bearbeitung der Rebanlage

zu ermöglichen.

 

Wir setzen in unserem Weingut überwiegend die Drahtrahmenerziehung mit Flachbogen ein. Der Drahtrahmen besteht aus insgesamt 7 Drähten, die über die gesamte Länge der Zeilen von Stickel zu Stickel gespannt sind. In ca. 90 cm Höhe befindet sich der untere Biegdraht. Die beim Rebschnitt übrig gelassenen Fruchtruten werden am Biegdraht befestigt. Darüber befinden sich zwei sogenannte Winddrähte in 1,5 und 2 m Höhe. Sie geben den Trieben des neuen Jahres die erste Orientierung. Zwischen dem oberen Winddraht und dem Biegedraht befinden sich zwei parallele Drahtreihen, die mit zunehmendem Wachstum nach oben verschoben werden können. Sie geben den Trieben zusätzlichen Halt.

 

Lauarbeiten

Da die neuen Triebe nicht freiwillig innerhalb der vorgegebenen Drahtanlage wachsen, müssen während der ganzen Wachstumsperiode zwischen Juni und August Laubarbeiten erfolgen. Triebe werden in die beiden parallelen Drahtreihen eingestreift und durch den Laubschnitt Blätter entfernt und überlang gewachsene Triebe gekürzt. Dadurch wird die Rebanlage besser durchlüftet, belichtet und Krankheiten wird vorgebeugt.

 


Pflanzenschutz

Mit dem Austrieb beginnt die Phase des Pflanzenschutzes. Pilzkrankheiten sowie einige saugende Insekten gefährden das Wachstum der Reben, die Qualität der Trauben und somit auch den Ertrag des Jahres. Aus Gründen des nachhaltigen Arbeitens reduzieren wir die Anzahl der Spritzungen und die ausgebrachte Menge auf ein Minimum. Darüber hinaus verwenden wir nur ausgesuchte Spritzmittel hoher Wirksamkeit sowie  geringem Schadstoffpotential. Um den optimalen Zeitpunkt für die Spritzung zu treffen, müssen wir genau die Wetterlage und die Weinberge beobachten. Die Fauna und Flora in unseren Weinbergen zeigt den Erfolg dieser Strategie.

Im folgenden sind die wesentlichen Pilzkrankheiten und Schädlinge aufgeführt:

Peronospora (Falscher Mehltau):
Eine gefährliche Pilzkrankeit, sie befällt alle grünen Teile des Rebstockes. Die Blätter und Beeren vertrocknen und es führt zu völligem Laubverlust. Ohne grünes Laub findet keine Photosynthese statt und die Rebe verhungert.

Oidium (Echter Mehltau, Äscherich):
Grauer Schimmel auf Blätter, Beeren, Triebspitzen und die Beeren verdorren. Es eintsteht eine starke geruchliche Beeinträchtigung des späteren Weines (Muffton).

Botrytis (Grauschimmel, Sauerfäule, Edelfäule):
Fluch oder Segen.
Bei frühem Befall faulen die Beeren und ganze Trauben fallen ab.
Bei spätem Befall an reifen Trauben „durchlöchert“ der Pilz die Beerenhaut. Wasser aus den Beeren verdunstet und die Beeren trocknen rosinenartig ein. Der Zuckergehalt wird stark konzentriert, das ist notwendig für hochwertige Prädikatsweine wie Beerenauslese oder Trockenbeerauslese

Schädlinge

Traubenwickler (Heu- und Sauerwurm):
In der ersten Generation (Mai/Juni) Heuwurm, in der zweiten Generation (Juli/August) Sauerwurm. Der Sauerwurm verletzt unreife Beeren und führt zu früher Fäulnis. Der richtige Spritztermin mit entsprechenden Insektiziden wird durch die Intensität des Mottenfluges mit Pheromonfallen (Sexualduftstoff-Fallen) bestimmt.

Rote Spinne:
Ihre Larven saugen an den Blättern und beeinträchtigen die Assimilationsleistung (Photosynthese). Es fehlt Energie und die Rebe wird geschädigt. Die Bekämpfung findet im zunehmenden Maße biologisch durch Einsatz von Raubmilben statt.

Kräuselmilbe:
Sie ist ein saugendes Insekt und verursacht das Zurückbleiben der Triebe nach dem Austrieb. Bei mehrjährigen Befall sterben die Stöcke komplett ab.

Kirschessigfliege:
Sie stellen ein sehr großes Problem dar. Die Einwanderung aus Asien zu Beginn des 21. Jahrhunderts, führte aufgrund der Klimaverschiebung dazu, das sie sich auch in unseren Regionen dauerhaft angesiedelt haben. Sie legt Ihre Larven in reifenden Beeren ab, die Beere fault und Essigsäuren werden gebildet. Die Bekämpfung ist schwierig, da in der Reifezeit keine Spritzungen möglich ist. Somit werden die befallenen Trauben aussortiert, da ansonsten eine erhebliche Beeinträchtigung des Weines droht.

Reblaus:
Sie zerstört das Wurzelwerk. Im 19. Jahrhundert aus Amerika eingeschleppt, zerstörte sie viele Weinberge in Europa komplett. Durch Veredelung der heimischen Reben auf reblausresistente amerikanischen Unterlagsreben wurde ihr die  Nahrungsquelle entzogen und ist deshalb in Europa so gut wie ausgestorben.

Bodenbearbeitung

Bei der Bodenbearbeitung halten wir uns an die Devise „So wenig wie möglich, so viel wie nötig“. Wir beschränken uns auf das Mulchen. Der Mulcher ist ein stabil konstruierter Rasenmäher, für den auch das Altholz des Rebschnitts kein Problem darstellt. Wir bearbeiten bei jeder Mulchperiode nur jede zweite Reihe, jeweils eine Reihe verbleibt unbearbeitet. Seit 2020 verwenden wir einen Blühstreifen-Mulcher, der in der bearbeiteten Reihe zusätzlich einen Streifen unbearbeitet zurücklässt. Dadurch kann sich über den ganzen Sommer eine gesunde Flora blühender Pflanzen ausbilden, die Insekten als Nektarlieferant dient. 

 
 

Das Jahr im Weingut Kistenmacher & Hengerer

Das Jahr im Weingut Kistenmacher & Hengerer

Wenn aus Trauben  edle Tropfen werden sollen,
dann bedarf es sehr viel Liebe, Zuwendung und jeder Menge harter Arbeit.

Die Herausforderungen im Weingut Kistenmacher & Hengerer verteilen sich im Laufe des Jahres auf die beiden Bereiche Weinberg und Keller.

Im Weinberg muss Hans Hengerer die Grundlage für den neuen Jahrgang bereits durch den Rebschnitt legen. Im Laufe des Jahres wird das Wachstum der Reben unterstützt und kontrolliert, um letztendlich Trauben der gewünschten Qualität und Menge ernten zu können. Einen ganz entscheidenden Faktor hat Hans nicht in der Hand: das Wetter. Ob Regen oder Sonne zur rechten Zeit kommen, das liegt nicht in seiner Macht.

Im Keller wird aus den Trauben der Most erzeugt. Dieser wandelt sich anschließend durch die alkoholische Gärung in Wein. Hans und Jonathan begleiten akribisch die Vorgänge wie Gärung, Säureabbau, etc., um eventuellen Fehlentwicklungen entgegenzuwirken. Anschließend darf der Wein reifen und wird auf die Flasche gebracht und zum Verkauf angeboten.

Was geschah im März & April 2020?

Ruten & Biologische Düngung


Im März kommt wieder Leben in die Reben. Sie beginnen an den Schnittflächen zu bluten, da der Saft aus den Wurzeln in die Ruten befördert wird. Die Ruten werden flexibel, können nun nach unten gebogen und am Führungsdraht fixiert werden. Aus den sogenannten Augen der Ruten werden sich im April erste Knospen bilden.

 

Damit die Reben genügend Nährstoffe zur Verfügung haben, werden die Rebanlagen im März gedüngt. Da wir uns der nachhaltigen Bewirtschaftung verschrieben haben, kommen lediglich biologische Dünger zum Einsatz. So werden die im Herbst bei der Verarbeitung der Trauben in der Kelter angefallenen Trester (Stiele, Beerenhüllen) in Mieten über den Winter kompostiert und im März als Dünger ausgebracht. Diese Menge reicht nicht ganz, weshalb biologischer Dünger zugekauft werden muss.

Reben Zeile

Neue Rebanlage


Im April ist auch die Zeit, neue Rebanlagen zu pflanzen. Nach der Rodung der Altanlage darf sich der Boden zuerst für ca. 3 Jahre erholen. Erst dann wird neu bepflanzt. Angesichts der langen Lebensdauer der Reben, von zum Teil mehr als 50 Jahren, ist es eine schwierige Entscheidung, welche Rebsorte man anpflanzt. Hans geht mit seiner Entscheidung ein Risiko ein, denn niemand ist in der Lage, die Geschmäcker der Kunden in der Zukunft vorherzusehen.

Weil es eine körperlich anstrengende und langwierige, aber auch sehr schöne Arbeit war, möchte ich an dieser Stelle beschreiben, wie die Weinberge bis in die 80er Jahre des letzten Jahrhunderts angelegt wurden.

Vor dem Setzen der Reben wurde zuerst sehr aufwendig ein Schnurgerüst erstellt, um den Weinberg in geraden, möglichst parallelen Zeilen anlegen zu können. In regelmäßigen Abständen wurde in den einzelnen Zeilen an den Stellen, wo eine Rebe gepflanzt werden sollte, ein Pflanzpfahl in den Boden eingedrückt. Anschließend musste ein starker Mann mit einer Hacke unmittelbar vor dem Pfahl ein ca. 30 cm tiefes Loch ausheben. In dieses Loch wurde der Setzling eingebracht und das Loch so verfüllt, dass die Rebe ein kleines Stück aus dem Boden heraus ragte. War es sehr trocken, wurde die Rebe noch angegossen, um das Wachstum zu optimieren.

Heute kann man sich beim Anlegen einer neuen Rebanlage der Computertechnik bedienen. Anhand von GPS-Daten der Grenzpunkte berechnet ein Programm abhängig vom gewünschten Zeilen- und Stockabstand die Lage der Zeilen und die benötigte Anzahl an Reben. Über GPS wird die Setzmaschine in gerader Linie durch den zukünftigen Weinberg gesteuert, öffnet den Boden, bringt die Rebe sowie den Pflanzstock ein und verschließt den Boden wieder. Wo früher die ganze Familie und alle Helfer mehrere Tage beschäftigt waren, erledigt man dies heute mit der Maschine an einem Vormittag.

Die Rebe, die in den Weinberg eingepflanzt wird, ist eine sogenannte Pfropfrebe, d.h. auf eine Basisrebe wird eine edle Rebsorte aufgepfropft. Dies erfolgt in Rebschulen. Dort werden die Basis - die sogenannte „Amerikaner-Rebe“ mit den gewünschten Edel-Rebsorten veredelt. Diese Basisrebe ist resistent gegen die Reblaus. Durch das Aufpfropfen erhält man reblausresistente Reben, die Trauben der gewünschten hochwertigen Rebsorten hervorbringen.

 

Sind die neuen Reben gesetzt, muss die Drahtanlage, in der das wilde Wachstum der Reben in geordnete Bahnen gebracht wird, errichtet werden. In regelmäßigen Abständen werden die sogenannten Stickel in den Boden eingeschlagen.

Am Anfang und Ende einer Zeile wird ein Endstickel eingebracht, der zusätzlich durch einen Bodenanker fest mit dem Boden verankert wird und der Neuanlage halt gibt. Zwischen den Endstickeln werden nun bis zu 5 Drähte über die gesamte Länge der Zeile gespannt. Der untere dient zum Festbinden der Ruten beim Biegen, zwischen den beiden oberen parallelen Drahtreihen werden im Laufe des Jahres die gewachsenen Triebe eingefädelt.

Auch hier ist die Zeit nicht stehen geblieben. Früher verwendete man Holzstickel, die gegen Fäulnis im Fußbereich (Bodenverankerung) imprägniert waren. Heute gibt es unterschiedliche Varianten, wie z.B. Stahlstickel, in die die Führung für die Drähte schon bei der Produktion eingebracht wurden. Diese sind aus Schrott hergestellt und können auch wieder zu Stahl verarbeitet werden.

Die Abfüllung

Im März & April ist auch die Zeit gekommen, um die Jungweine und älteren Jahrgänge, die im laufenden Jahr 2020 verkauft werden sollen, abzufüllen. Dies erfolgt mittlerweile weitgehend automatisiert.

Nur die Bestückung der Anlage mit leeren Flaschen, die Kontrolle der Befüllung, sowie die Abnahme und Lagerung der gefüllten Flaschen erfordern noch manuellen Einsatz. Nach dem Abfüllen darf der Wein etwas zur Ruhe kommen, bevor er fertig etikettiert in den Verkauf gebracht wird.

 

Das Jahr im Weingut Kistenmacher & Hengerer

Das Jahr im Weingut Kistenmacher & Hengerer

Wenn aus Trauben  edle Tropfen werden sollen,
dann bedarf es sehr viel Liebe, Zuwendung und jede Menge harter Arbeit.

Die Herausforderungen im Weingut Kistenmacher&Hengerer verteilen sich im Laufe des Jahres auf die beiden Bereiche Weinberg und Keller.

Im Weinberg muss Hans Hengerer die Grundlage für den neuen Jahrgang bereits durch den Rebschnitt legen. Im Laufe des Jahres, wird das Wachstum der Reben unterstützten und kontrollieren, um letztendlich Trauben der gewünschten Qualität und Menge ernten zu können. Einen ganz entscheidenden Faktor aber hat Hans nicht in der Hand: das Wetter. Ob Regen oder Sonne zur rechten Zeit kommen, das liegt nicht in seiner Macht.

Im Keller wird aus den Trauben der Most erzeugt. Dieser wandelt sich anschließend durch die alkoholische Gärung in Wein. Hans und Jonathan begleitet akribisch die Vorgänge wie Gärung, Säureabbau, etc, um eventuellen Fehlentwicklungen entgegenzuwirken. Abschließend darf der Wein reifen und wird auf die Flasche gebracht und zum Verkauf angeboten.

Was geschah im Januar & Februar 2020?

Der Rebschnitt


Im Januar befinden sich die Reben in der Winterruhe und die Rückverlagerung von Reservestoffen ist abgeschlossen.  Der ganze Saft hat sich nun in die Wurzeln zurückgezogen. Jetzt ist die richtige Zeit für den Rebschnitt. Hans Hengerer wendet sich jeder einzelnen Rebe individuell zu und wägt die Möglichkeiten des Rückschnitts ab. Eine fast meditative Arbeit, die höchste Konzentration erfordert. Hans schneidet bis auf ein bis zwei sogenannte Fruchtruten alle alten Triebe von Hand zurück.

Aus Ihnen entwickeln sich im Laufe des Jahres die Triebe und Trauben für den Jahrgang 2020. Mit dem Rebschnitt wird die Grundlage für die Erhaltung gesunder und ertragsfähiger Weinstöcke gelegt. Darüber hinaus steuert er damit den Ertrag und die Qualität seiner Weine. Je geringer die Anzahl an Fruchtruten, desto weniger Trauben werden gebildet. Die im Laufe des Jahres gebildeten Aromen und der Fruchtzucker liegen konzentrierter vor und sind Grundlage höherer Weinqualitäten.


Es ist anzumerken, dass ungeschnittene Stöcke unkontrolliert wachsen, verwildern und nur kleine Trauben mit sehr geringer Qualität hervorbringen.


Reben Zeile

 

 



Das abgeschnittene Rebholz

 

Früher nahm man an, dass durch das im Weinberg verbleibende, eventuell durch Pilzkrankheiten befallene abgeschnittene Rebholz, die Weinberge bedroht würden. Deswegen wurden die Ruten damals aus den Rebzeilen hinausgetragen und verfeuert.

Heutzutage verbleibt das Schnittholz im Weinberg und dient dort als reichhaltiger organischer Dünger, der Böden und Reben mit dem für sie so wichtigen Stickstoff versorgt. Deshalb wird das alte abgeschnittene Rebholz aus dem Drahtrahmen entfernt und zwischen den Rebzeilen auf den Boden verteilt. Dort wird es später gehäckselt und in den Boden untergearbeitet.

Jungweine & ältere Jahrgänge

 
 

Im Keller hat Hans und Jonathan immer ein wachsames Auge auf die Jungweine 2019, sowie auf die ausreifenden älteren Jahrgänge. Er probiert und kontrolliert in regelmäßigen Abständen. Die spannende Frage ist: „Wie sind die Weine geworden, benötigen sie noch Reifezeit oder können sie in ein paar Wochen abgefüllt werden? „

 
 
 
 
 

VDP-LAGEN ON TOUR

VDP-LAGEN ON TOUR, Franken, Rheingau, Württemberg, Köln

Korken, Glasstopfen & Co.

Weinverschlüsse gibt es viele, aber Kork ist immer noch der favorisierte Weinverschluss weltweit. Rund 80 Prozent aller Weine landen in Flaschen, die mit Naturkork verschlossen sind. Aufgrund des Problems mit „Korkschmeckern“ sowie der rückläufigen Anzahl der Korkeichen entwickelte der Weinsektor bereits vor Jahren alternative Verschlüsse. Glasstopfen, Synthetikkorken und Co. haben es jedoch schwer. Allein dem Schraubverschluss ist es gelungen, immer öfter den Weg auf die Flasche zu finden.

Übersicht Weinverschlüsse

Im Folgenden eine Übersicht der gängigsten Weinverschlüsse, die derzeit zu finden sind:

 

Naturkork
Naturkork

Herstellung
aus Rinde der Korkeiche
Vorteil
ermöglicht den Reifeprozess des Weines
Nachteil
anfällig auf Korkschmecker (TCA)

Presskorken
Presskorken

Herstellung
gepresstes Korkgranulat
Vorteil
Kostengünstiger als Naturkork
Nachteil
aber anfälliger für Fehler (TCA)

Schraubverschluss
Schraubverschluss

Herstellung
aus Aluminium gefertigt
Vorteil
Korkfehler sind praktisch ausgeschlossen
Nachteil
ermöglicht reduktive Töne (Schwefelgeruch)

Synthetikkorken
Synthetikkorken

Herstellung
aus Kunststoff oder Zuckerrohr („Bio-Korken")
Vorteil
selbe Eigenschaften wie Naturkorken
Nachteil
können Fremdaromen an Wein abgeben

Glaskorken
Glaskorken

Herstellung
Glas mit Kunststoffübergang
Vorteil
komplett geruchs- und geschmacksneutral
Nachteil
teuer, reduktive Töne sind möglich

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